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Sa | 02.06.2018 | 17:00 Uhr

Wenzel & Müller bitten zu Tisch

Görlitz | Annenkapelle | Ausstellung, Bildende Kunst

**** Ausstellungs-Eröffnung ***

Wenzel & Müller bitten zu Tisch
Malerei in der Annenkapelle zu Görlitz

Ulrike Wenzel, München / Hans-Peter Müller, Witten

Begrüßen wir in der Annenkapelle zwei Künstler, die sich der Malerei widmen.
Malerei – die Gemeinsamkeit.
Inhalt, Format – der Unterschied.
Lassen wir uns auf ein Tischgespräch ein.

Musik: Michael Müller, Zither, Varnsdorf / CZ

Ulrike Wenzel geht in ihrer Beziehung zum bayerischen Nationalgericht detektivisch vor. Mit sicherer Hand und geschultem Blick findet sie jene Exemplare, die - sagen wir mal - nicht dem üblichen Schönheitsideal entsprechen. Aus der Form geratene, verbrannte, über- oder gar nicht gesalzene, armselig dünne oder zu dicke Brezn sind das Ziel ihrer Suche. Hat sie wieder einmal eine gefunden, notiert sie das Einkaufsdatum und den Fundort, um dann das Objekt der Begierde fein säuberlich naturgetreu in Ölfarben auf Leinwand zu bannen, immer auf fein bespannten Malkarton in der Größe 13x18 cm. So entstand, ähnlich einer Insektensammlung oder eher einer Schönheitengalerie gleich, eine unglaubliche Sammlung von über einhundert Brezn-Bildnissen, von denen wir in dieser Ausstellung 50 Exemplare zeigen. Wer nun glaubt, dass diese Ausstellung der Folklore dient, der irrt, denn allein die zugrunde liegende Idee offenbart einen tiefgründigen, hintersinnigen Humor. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.

Cafes - ein zentrales Thema im Werk des Künstlers Hans-Peter Müller, der in seinen Bildern der Atmosphäre von Räumen feinsinnig nachspürt. So sehr, dass man glaubt, diese Räume zu kennen, ohne je da gewesen zu sein. Mit seinem siebten Sinn, wie H-P Müller selbst sagt, spürt er solche Orte auf, in denen sich eine eigene, vielleicht eigenwillige Geschichte erahnen lässt, die so etwas wie Patina haben. Wenn er ein Raumobjekt seiner Begierde aufgespürt hat, fotografiert er es ausgiebig. Im eigenen künstlerischen Prozess entstehen aus diesen Fotos von wenigen Zentimetern teils Gemälde, die bis zu mehreren Metern messen können. In dieser Ausstellung zeigt Müller Arbeiten von 40iger Quadraten bis hin zu 90 x110 cm im Format. Je näher man sich einem seiner Bilder nähert, umso mehr löst sich das Motiv in nuancierte Farbakkorde und Lichtreflexe auf. Erdwarme Töne und die ausgeklügelte Lichttechnik, die sich in Hans-Peter Müllers Bildern finden, erinnern diese Bilder auch an die Malweise der niederländischen Altmeister. Vermeers Interieur-Szenen etwa atmen jene Intimität, Rembrandt akzentuierte seine Motive durch genau kalkulierten Licht- und Schattenfall. Fast gierig, die Nase so nah wie möglich an der Leinwand, schreitet man Müllers Bilder als Betrachter Zentimeter für Zentimeter ab und kann von diesem Zusammenspiel aus Farben und Licht nicht genug bekommen.

Veranstalter Oberlausitzer Kunstverein e.V.
Einladungskarte

Annengasse 4
02826 Görlitz

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